Patienteninformation

Patienteninformation zum Thema "Impfen"

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

Alles dreht sich ums Impfen: Covid 19, Grippe, Pneumokokken, Gürtelrose....da kann man schon mal den Überblick verlieren.

Hier einige Anmerkungen, die hoffentlich mehr Klarheit bringen.

Nicht jede Impfung hält gleich lange. Bei Covid 19 wissen wir es noch gar nicht genau, die Grippeimpfung muss jährlich aufgefrischt werden, darf aber nicht zu früh gegeben werden, früher sollte die Pneumokokkenimpfung alle 5 – 10 Jahre aufgefrischt werden, jetzt ist nur eine einmalige Gabe nötig, das gilt aber nicht für alle.

Um es nicht zu kompliziert zu machen, beschränke ich mich im folgenden auf Grippe und Corona.

Der Grippeimpfstoff steht schon im September zur Verfügung, seine Wirkung hält 2 bis max. 3 Monate.

Der Gipfel der Grippewelle liegt erfahrungsgemäß im Februar und Anfang März, d.h. wenn zu früh gegen Grippe geimpft wird, ist der Schutz, dann wenn er gebraucht wird, nur noch sehr eingeschränkt vorhanden.

Unsere Empfehlung also:  Frühestens Mitte November impfen.

Wir gehen davon aus, dass geeignete Impfdosen verfügbar sein werden.

Hinsichtlich der Coronaauffrischungsimpfung bestehen noch Unsicherheiten.

Zum einen hat die Ständige Impfkommission (STIKO) noch keine offizielle Empfehlung gegeben, zum anderen stellt sich die Frage, welchen Impfstoff man bekommt.

Der vorhandene von BionTech wirkt gut, aber es verbreitet sich zunehmend die Delta – Variante des Virus und dagegen existiert ein angepasster Impfstoff, der einen besseren Schutz verspricht, aber noch nicht zugelassen ist.

Die Entscheidung liegt nun bei jedem Einzelnen, lass ich den Impfschutz mit dem zugelassenen Impfstoff auffrischen sobald die STIKO grünes Licht gibt, oder warte ich auf die Zulassung des an die Delta – Variante angepassten Impfstoffs ?

Sie sehen, es wird nicht einfacher.

Wir als Ärzte in der Gemeinschaftspraxis Hallerbach/Marzoll helfen Ihnen gerne,

eine für Sie individuell angepasste Lösung zu finden.


Dr. med. Klaus Schnittert

Facharzt für Innere Medizin


Patienteninformation zum Thema „Trinken“

„Jeder Arzt rät ihnen, trinken sie viel – das ist wichtig!“ wird auf der Homepage eines großen, französischen Getränkeherstellers für natürliches „Mineralwasser“ propagiert. Zusätzlich zu der täglichen Flüssigkeitsaufnahme durch die Nahrung von etwa 1 Liter solle man zusätzlich 1,5 Liter „natürliches Mineralwasser“ trinken. Wichtig sei, bereits vor dem Auftreten von Durst zu trinken, da bei Durst bereits 0,5% des Körperwassers verloren gegangen seien und damit das Blut „dicker“ werde und „langsamer fließe“.

Dies hätte bereits eine Minderdurchblutung der Muskeln und Gehirnzellen zur Folge und würde zur Abnahme der Leistungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit führen.


Der Nährstoff Wasser ist quantitativ der wichtigste Bestandteil des menschlichen Körpers. Je nach Alter, Geschlecht und Körperzusammensetzung variiert der Anteil des Körperwassers am Körpergewicht etwa zwischen 45% und 70%.

Ohne Wasserzufuhr könnten wir nur wenige Tage überleben.

An allen Vorgängen im Körper ist Wasser beteiligt. In jeder Zelle laufen ständig Reaktionen auf Wasserbasis ab. Als Lösungs- und Transportmittel im Blut versorgt es die Zellen mit Nährstoffen, regelt den Stoffwechsel, transportiert Schadstoffe ab, reguliert die Körpertemperatur und den Säure/Basenhaushalt und ist an der Ausbildung biologischer Strukturen, z.B. Zellmembranen und der Erbsubstanz DNS beteiligt.

Die ausreichende Durchblutung aller Organe ist entscheidend abhängig vom effektiv zirkulierenden Blutvolumen und da Blut zu über 90% aus Wasser besteht, ist die optimale Wasserversorgung so wichtig.

Um den täglichen Flüssigkeitsbedarf zu ermitteln brauchen wir einige Fakten.

Da ist zunächst die Wasserbilanz. Konzentrieren wir uns auf die Altersgruppe der über 65jährigen.

Der gesunde Mensch muss täglich eine bestimmte Menge gelöster Substanzen (hauptsächlich Natrium, Kalium und Harnstoff) ausscheiden. Gesunde Nieren benötigen dazu mindestens 700ml Urin. Da im Alter die Nierenfunktion abnimmt erhöht sich diese Menge auf ca. 1000ml. Weitere Flüssigkeitsverluste ergeben sich über den Stuhl, die Haut und die Lunge, macht zusammen weitere ca. 1100ml.

Es verseht sich, dass bei Krankheiten, z.B. starkes Schwitzen bei Fieber oder Durchfällen die Verluste deutlich höher sein können.

Dem gegenüber steht die Flüssigkeitsaufnahme über die feste Nahrung von 800ml und das Oxidationswasser durch die Verstoffwechselung der Nährstoffe von 350ml. Das erklärt auch, warum man beim Fasten mehr trinken muss.

Wenn wir die Bilanz erstellen, kommen wir auf Verluste von 2100ml und Zufuhr ohne Flüssigkeit von 1100ml, d.h. Ein täglicher zusätzlicher Bedarf von 1 Liter Flüssigkeit.

Liegt bereits eine Nierenkrankheit vor, erhöht sich dieser Bedarf um ca. 200-300ml.

Es hat sich herausgestellt, dass eine deutlich höhere Flüssigkeitszufuhr bei Nierenkranken zu einem schnelleren Verlust der Nierenfunktion führt, d.h. Eine 24-h Harnmenge von 1500ml ist offensichtlich besser als 2500ml und mehr.

Natürlich gibt es, wie immer im Leben, Ausnahmen: Patienten, die zu Nierensteinen neigen, haben bei höherer Trinkmenge weniger neu gebildete Steine. Darüber hinaus zeigte eine große Studie, dass bei erhöhter Flüssigkeitszufuhr weniger Harnblasentumore auftraten; das gilt besonders für starke Raucher, dem Hauptrisikofaktor für das Blasenkarzinom.

Zuletzt stellen alte Menschen mit ihrem verminderten Durstgefühl ein Problem dar. Dabei handelt es sich in der Regel um Hochbetagte, die in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind oder in Heimen leben. In allen anderen Fällen gilt entgegen dem in der Einleitung Gesagten: Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl. Der gesunde Mensch sollte trinken, wenn er durstig ist.


Dr. med. Klaus Schnittert

Facharzt für Innere Medizin